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Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen dem 39E von La Gard und dem Business System von NL Lock

Ein bischen Historie muss sein…

Im Jahr 1999 gab La Gard das 66E System heraus. Es basierte mechanisch auf dem gut laufenden 33E Combogard, jedoch mit neuer Platine und Software. Die Elektronik und Software dazu wurde ursprünglich bei der italienischen Firma Tecnosicurezza entwickelt und dann von La Gard übernommen. Das 66E System kennt 8 Bediener einen Manager und einen Master (Control) Code. Kurz zuvor begann La Gard für die Firma Vindicator eine modifizierte Version der  Combogard Tastatur mit Terminal für den elektronischen Schlüssel zu fertigen. So lag es nahe, diese Fähigkeit beim neuen 66E zu nutzen. Daher können die Codes mit elektronischen Schlüsseln verknüpft werden. Gleichzeitig wurde eine Aufzeichnung der Öffnungen und anderer Ereignisse in das 4-wire System eingeführt. Durch die aufwendigere Schlosselektronik und arbeitsintensive Tastaturvariante lag der Preis des Systems jedoch recht hoch. 

Der höhere Preis schreckte diejenigen ab, die mehr als 2 Codes wollten, aber keine Uhrzeit und keine E-Schlüssel benötigen. Folgerichtig wurde für den Südamerikanischen Markt die 39E Software entwickelt. Diese läuft auf der ursprünglichen 33E Platine (wie auch zum Beispiel das LG BASIC). Nachdem Schlösser mit der günstigeren 39E Software in Südamerika sehr erfolgreich waren, ist diese Variante auch in Europa und anderen Regionen eingeführt worden. Für die VdS Zertifizierung musste die Software noch einmal angepasst und eine Aufzeichnung der letzten Öffnungen eingebaut werden. Der Speicherplatz gab es noch gerade her 63 Ereignisse (nur Öffnung) zu speichern. Sowohl der Prozessor wie der EEPROM Speicher sind bis zum letzten Bit voll gepackt. Eine famose Leistung des damaligen Schweizer Entwicklers. Heute ist das 39E noch immer eins der erfolgreichsten Produkte von La Gard.

Teile des Italienischen Entwicklerteams, die schon das 66E für La Gard entwickelt hatten, stecken auch hinter der EMxx50 „Business“ Elektronik und Software, die in die Gehäuse der NL LOCK Schlösser eingebaut wird.  Daher ist es nicht verwunderlich, dass der elektronische Schlüssel wieder da ist. Jetzt aber ohne extra Kosten und nicht als globale Einstellung (alle oder keiner) sondern individuell zu jedem Code zuschaltbar. Die Schloss-Platine ist auf 39E Niveau, das heißt ohne Datum/Uhrzeit und damit recht günstig. Sie verfügt über einen größeren Speicher und kann daher die 100 letzten Öffnungen aufzeichnen. Eine Zusatz-Box bietet weitere Funktionen und eine umfassendere Aufzeichnung mit 2000 Ereignissen inklusive  Datum und Uhrzeit. Einzigartig ist dabei die Konfigurierbarkeit des Ereignisspeichers. Es kann vorab eingestellt werden welche Dinge das Schloss aufzeichnen soll und welche nicht. Diese tolle Funktion wird aber dadurch herabgesetzt, dass mal wieder ein spezielles Kabel nötig ist um den Speicher auszulesen.

Der Tresorschloss Vergleich in Tabellenform: Tresorflüsterer-Vergleich 39E-66E-EMxx50.pdf

  La Gard 66E La Gard 39E NL Lock EMxx50
  Auditgard Combogard Pro Business
Kontroll Code 1 - -
Manager Code 1 1 1
Bediener Code 8 9 9
Elektronischer Schlüssel X (alle oder keiner) - X (individuell, entscheidet Manager)
4-Augen-Prinzip X X X
Öffnungsverzögerung 0-99 min 0-99 min 0-99 min
Freigabe 1-19 min 1-19 min 1-19 min
Verzögerungs Umgehung Bediener Code 8 Bediener Code 9 Bediener Code 9
Aufzeichnung ohne Datum/Zeit - 63 100
Aufzeichnung mit Datum/Zeit 512 - 2000*
Stiller Alarm X* X* X*
Fernsperre oder Fernfreigabe X* X* X*
VdS gepr. Sperreinrichtung X* X* X*
Manipulationssperre X X X
Diagnostik, Tastaturprüfung - - X
PC Programmierbar X X X
       
VdS Klasse 2 2 2
EN 1300 B B B
  *mit Erweiterungsbox *mit Erweiterungsbox *mit Erweiterungsbox

 

Fazit Es gibt eine Funktion die für das 66E spricht: Der Manager Code ist lösch-/widerherstellbar. Besonders durch die eingebaute Prüffunktion der Tastatur, bevorzuge ich aber die EMxx50 „Business“ Elektronik der NL Lock Schlösser. Diese Schlösser sind flexibler einsetzbar, servicefreundlich, und haben eine ganz besondere Funktion für den Retail-Bereich über die ich ein anderes Mal was schreibe.

Bezugsquellen

La Gard 39E und 66E: Kaba Mauer, Heiligenhaus Germany NL Lock EMxx50: www.lock4safe.com

Oder hier Angebot anfragen

Zahlenkombinationsschloss

Mir geht immer wieder das Herz auf wenn ich mit Zahlenkombinationsschlössern zu tun habe.  Ein schönes Stück Feinmechanik, bei dem die Sicherheit spürbar ist. Wenn man am Zahlenknopf dreht, spürt man dass im Schloss etwas vorgeht. Wenn das Schloss dann aufgeht, hat man jedes Mal ein kleines Erfolgserlebnis, denn das Einstellen des Codes ist eine Kunst die bei weitem nicht jedes Mal gelingt. Nicht dass es schwierig wäre, aber man benötigt ein gewisses Maß an Konzentration und Ruhe beim Drehen der Scheiben. Ist man in Eile, hektisch oder wird abgelenkt, stehen die Chancen dass der Tresor aufgeht schlecht. Es gibt keine „Cancel“ oder Reset Taste die man drücken könnte. Einmal zu weit gedreht und man muss ganz von vorne beginnen.

Bei einem ZKS ist niemals die Batterie leer

Mechanische Kombinationsschlosser werden schon seit 20 Jahren totgesagt, aber sie werden nach wie vor massenhaft in Tresore eingebaut. Was ist wohl der Grund dafür? Ist es nur der günstigere Preis? Ich denke nicht.  Ein ZKS hat durchaus etwas nostalgisches. Man hat den Eindruck, dass bei mechanischen Schlössern mehr auf die Ästhetik  geachtet wird als bei den Elektronikschlössern. Für das gleiche Geld bekomme ich hier einen schön gearbeiteten Metall Zahlenknopf, bei den elektronischen Schlössern hingegen nur eine formlose, graue Plastik Tastatur.  

Die Technik eines Kombinationsschlosses ist für den Benutzer nachvollziehbar. Es gibt ihm ein anderes Gefühl der Sicherheit, als ein Elektronikschloss, das zwar leichter zu bedienen ist, aber nicht Preis gibt wie es funktioniert. Bei einem ZKS ist niemals die Batterie leer.  Kein Spannungsschlag und so gut wie keine Katastrophe kann ihm etwas anhaben.
Jedes Zahlenkombinationsschloss (ZKS) funktioniert nach folgendem Prinzip: 3 (machmal 4) Kombinationsscheiben werden durch einem Knopf mit korrespondierender Skala so ausgerichtet, dass sie es der übrigen Schlossmechanik erlauben den Riegel einzuziehen. Das klingt theoretisch, also schauen wir uns die wesentlichen Teile an:

A: Mitnehmerscheibe

B: Einfallhebel

C: Schlossriegel

D: Relocker

E: Codescheibe

Das ZKS, in seiner industriell gefertigten Machart, besteht seit 1856 nahezu unverändert. Bis in die 1970er Jahre waren vor allem, die Firma Kromer in Europa und die Firma Sargent & Greenleaf (S&G) in den Vereinigten Staaten die führenden Hersteller dieser Schlösser. In Europa und weiten Teilen der Welt übernahm Die Firma La Gard nach und nach diese Führungsrolle, da sie preiswertere Herstellungsmethoden einführte. La Gard war in der Lage die Codescheiben, aus nur drei Teilen herzustellen, was zu Folge hatte dass die Kosten erheblich geringer ausfielen, als bis dato. Erst belächelt und schlechtgeredet, stellte sich schnell heraus, dass die neuen Schlösser in punkto Sicherheit und Verlässlichkeit denen traditioneller Machart in nichts nachstanden. Der bekannteste Vertreter ist das 3-Scheiben ZKS La Gard 3330 (übrigens benannt nach der Hausnummer des damaligen Firmensitzes :-). In der VdS Klasse 1 Version, mit einem etwas breiteren Steg am Einfallhebel, hieß es „3330 Spezial“.
Da es bei diesem Schloss an einem Abtastschutz mangelt, wird es glaube ich nicht mehr von La Gard angeboten. Nur die zahlreichen, meist asiatischen Nachbauten tauchen immer wieder im Handel auf. Bitte seien Sie VORSICHTIG damit. Auch der VdS Aufkleber ist oft gefälscht. Wir bieten in unserm eigenen Shop gelegentlich 3330 Spezial an die vollständig original sind.

-Die Fortsetzung dieses Artikels folgt in Kürze -

Neue Anforderungen an Bedienungs und Montageanleitungen

In der neuen Fassung der EN1300 Norm werden nicht nur das Vorhandensein von Anleitungen gefordert, sondern konkrete Vorgaben gemacht. Diese Vorgaben werden jetzt noch erweitert. Im letzten Entwurf der Norm finden sich im Anhang folgende Forderungen für Montageanleitungen:

  1. Maßangaben des Riegels
  2. Riegelweg
  3. Erlaubte Kraftaufnahme des Riegels  für wenigstens 10000 Öffnungs-/Schließzyklen
  4. Erlaubte Materialien der Montagefläche
  5. Montagemaße (Bohrungen)
  6. Erlaubte Schraubengrößen und Anzugsmomente
  7. Emfehlung von Sicherungsmitteln für Schrauben
  8. Erlaubte Durchmesser für Spindel/Schlüssel/Kabelbohrungen
  9. Emfohlene Riegelwerksanbindung
  10. Emfehlungen wie das Tresorschloss vor zerstörerischen Angriffen geschützt werden kann
  11. Parameter und Anbindung von Zubehörteilen
  12. Emfehlung, dass bei geöffneter Tresortüre sicherheitsrelevante Teile nicht erreichbar sein sollen.

Ich denke da herrscht bei den meisten Montageanleitungen erheblicher Nachholbedarf. Ausserdem wird es vieleicht zu interessanten Gewährleistungsdisputen kommen wenn sich aus der Montageanleitung ein Anspruch geltend machen lässt (siehe Punkt 3).

 

Mich interessiert Ihre Meinung:

Sind die geforderten Angaben in der Montageanleitung ein Gewinn und wenn ja für wen?

Schreiben Sie mir: 
info@ludwig-kersten-consulting.de

Die Verbotene Zone

Es hört sich an wie der Titel wahlweise eines Fantasy oder eines Erotik-Romas. Bei Schlössern ist aber etwas anderes gemeint: Zahlenkombinationsschlösser weisen die technische Eigenart auf, dass bei der letzten Scheibe bestimmte Zahlen nicht als Code verwendet werden dürfen. Tut man es doch, dann kommt es zu einem Verhaken der internen Mechanik. Das Schloss geht nicht auf und kann sogar bleibenden Schaden nehmen wenn dann mit Gewalt probiert wird die Spindel zu drehen.  Dieser Zahlenbereich wird verbotene Zone genannt. Welche Zahlen es bei den einzelnen Kombinationsschlössern sind wird in den jeweiligen Anleitungen zum Umstellen des Codes angegeben.

1.000.000 Codes?

Je kleiner der „verbotene“ Bereich ist, umso größer ist die Auswahl an möglichen Codes.

Beispiel 1: Herstellerangabe Verbotene Zone 00 bis 20 auf der letzten Scheibe ergibt:

Verbotene Zone Scheibe 1 Scheibe 2 Scheibe 3  
00 bis 20 00-99  00-99 21-99  
    100      x   100        x    79     = 790.000 Mögliche Codes

 

Beispiel 2: Herstellerangabe Verbotene Zone 00 bis 09 auf der letzten Scheibe ergibt:

Verbotene Zone Scheibe 1 Scheibe 2 Scheibe 3  
00 bis 09 00-99  00-99 10-99  
    100      x   100        x    90     = 900.000 Mögliche Codes

 

Die Größe der Verbotenen Zone wirkt sich also deutlich auf die Sicherheit eines Zahlenkombinationsschlosses (ZKS) aus. Denn jeder Code ist umso sicherer je mehr Variationen möglich sind.

Tresorhändler aber auch Hersteller von Schlössern geben häufig den Wert 1.000.000 mögliche Codes bei mechanischen ZKS an! Daraus spricht die pure Unwissenheit. Sie wissen jetzt wie Sie die Anzahl der tatsächlichen Codevariationen berechnen können. Ein Blick in die Anleitung genügt…

Zeitschloss Alternativen

Über die Feiertage erreichten uns zahlreiche Anfragen von etwa folgendem Wortlaut:

„Zeitschloss gesperrt, was tun?“ oder „…müssen Zeitschloss außer der Reihe aktivieren“.

Die Tücken eines Zeitschlosses mit Wochenprogramm(en) stellen sich meistens um die Feiertage herum ein. Wenn sich die Abläufe ändern, die Öffnungszeiten anders sind, und es allgemein hektisch wird. Wer hat dann die Zeit sich in die Anleitung (falls vorhanden) zu vertiefen und das Zeit-Programm an die neuen Gegebenheiten anzupassen? Wenn es aber nicht angepasst wird, mutiert das Zeitschloss zu einer Plage und Produktivitätsbremse.

Weil es technisch nicht allzu kompliziert ist, werden Zeitschloss-Funktionen gerne in die höherwertigen Tresorschlösser eingebaut und ebenso gerne als das non-plus-ultra verkauft. Man muss aber wissen, dass es bei elektronischen Hochsicherheitsschlössern keine Norm für Zeitschlösser gibt. Es existiert nicht einmal eine klare Begriffsbestimmung für das Wort Zeitschloss. Und wenn Sie bei Wikipedia unter „Zeitschloss“ nachschauen lesen Sie ebenfalls eine Menge Unsinn. Es obliegt also einzig und allein dem Hersteller, was er unter dem Begriff versteht. Es ist nur logisch, dass es große Unterschiede gibt was die Qualität der Zeitschloss-Funktion anbelangt. Leider werden die Qualitätsunterschiede oft erst in Ausnahmesituationen wie bei Festtagen wirklich deutlich.

Es ist auf jeden Fall ein wichtiges Qualitätsmerkmal ob die Funktion sowohl an den benötigten Sicherheitslevel als auch an die Geschäftsprozesse angepasst werden kann. Ein Zeitschloss im klassischen Sinne brauchen nämlich eigentlich nur Banktresore.

Wenn Sie sich in diesen Tagen überlegen ein Schloss mit Zeitschloss-Funktion in Ihre Tresore einbauen zu lassen oder abends drei Stunden auf den Tresorservice gewartet haben weil Sie, wegen dem Zeitschloss, nicht mehr an den Tresor kamen, dann lassen Sie sich von unabhängigen Fachleuten beraten, die nicht eine bestimmte Schlosslinie vertreten. Die Schlösser sind unterschiedlich und jedes hat seine Vor- und Nachteile.

Es gibt übrigens zahlreiche Alternativen zu einem Zeitschloss. Oft ist es viel besser andere Schlossfunktionen geschickt zu kombinieren um so ein System zu erhalten, dass die Nachteile eines Zeitschlosses vermeidet, und trotzdem das gleiche Sicherheitsniveau bietet.

Die Tresorflüsterer beraten Sie diskret und unabhängig. Auf Wunsch besorgen wir die entsprechenden Tresore und Schlösser, organisieren und koordinieren das gesamte Projekt, überwachen die Installation und führen Schulungen für Mitarbeiter auf allen Ebenen durch.

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